„In der Zone" zu spielen ist für viele der Heilige Gral des Sports. Es ist auch eines seiner größten Geheimnisse: Die menschliche Gipfelerfahrung in der Landschaft des sportlichen Wettkampfs. Wir nennen sie auch flow und sie hebt unser normales Leistungsniveau in die Höhen des Außergewöhnlichen. Aber was macht die Zone so außergewöhnlich?

Was ist das Geheimnis
der Zone?

Was hat es mit diesem geheimnisvollen flow-Zustand auf sich, der uns über das übliche Leistungsvermögen hinauswachsen lässt?

Eines ist klar: Um flow herbeizuführen, müssen wir etwas radikal anders machen. Und dennoch, was wir auch anders machen: Es muss so fein sein, dass es kaum bemerkbar ist – und zugleich so tiefgreifend, dass es diese besondere Leistungsrealität erschafft. Diese Realität, die wir flow nennen, oder Peak Performance, oder den idealen Funktionsmodus, oder einfach die Zone. Wie man es auch nennt: Wer die Zone jemals erlebt hat – und wahrscheinlich haben Sie das – war Teil von etwas wirklich Außergewöhnlichem: nämlich der Co-Kreation einer komplett neuen Realität höherer Ordnung.

Wenn Sie darüber nachdenken, ist das gewaltig!

Eine Leistung höherer Ordnung. Das ist gewaltig!

Aber die große Frage mit dem flow ist, wie man ihn hervorruft. Und wie stellt man diesen Zustand dann wieder und wieder aufs Neue her? Hier liegt das Geheimnis der Zone. Wie kommt so etwas Außergewöhnliches in erster Linie zustande? Welche Rolle spielt man selbst in der Co-Kreation dieser Peak-Performance-Erfahrung? Manchmal erscheint es einem, als ob die Zone ohne ersichtlichen Grund zu Besuch kommt, eine Weile bei einem abhängt, während man sein bestes Spiel macht, und dann so plötzlich geht, wie sie gekommen ist. Und man selbst bleibt in ihrem Fahrtwind zurück; sich fragend, was zum Kuckuck da gerade passiert ist, und wie man dort wieder hineinkommt.

Was wäre, wenn… ?

Also geht man den nächsten Tag raus auf das Spielfeld und erwartet die Rückkehr der Zone… und was kommt? Keine Zone. Keine Bestleistung. Kein flow. Nur man selbst, wie man nun mal auf Normalniveau spielt. Nur man selbst, wie man in der Regel spielt; vielleicht an einem Tag etwas besser und am nächsten Tag weniger gut. Man erlebt die Bandbreite der bekannten Höhen und Tiefen, aber nichts ist vergleichbar mit dem Tag, als man in der Zone war. Wenn man die Zone nur absichtlich wieder herstellen könnte. Wenn man nur willentlich in die Zone kommen könnte. Wenn man nur eine höher geordnete Realität co-kreieren könnte, indem man flow wählt anstatt auf den Zufall zu warten.

… Sie gezielt in die flow-Zone einsteigen könnten?

Wenn man nur… nicht wahr? Es fühlt sich an wie das ungesprochene Wort, das einem auf der Zunge liegt. Man weiß, dass es da ist; aber es scheint unfassbar. Man weiß, dass es da ist, weil man es kennt, aber man hat scheinbar keinen Zugang dazu; und je mehr man es versucht, desto weiter entfernt es sich. So wird die Zone ziemlich bald eine ferne Erinnerung. Das Außergewöhnliche bettet sich wieder in das Gewöhnliche ein, und das Spiel in der Zone wird so unerreichbar wie der Heilige Gral.

Aber was wäre, wenn man lernen könnte, willentlich in die Zone zu kommen? Was wäre, wenn man lernen könnte, sein Leistungsvermögen absichtlich umzuwandeln. Würden Sie es tun? Würden Sie durch den nötigen transformativen Lernprozess gehen, wenn Ihnen das Endergebnis bekannt wäre: die Fähigkeit, Ihr Leistungsvermögen absichtlich umzustellen? Bewusst in die Realität der Zone einzusteigen, wann immer Sie spielen?

Yes you can! 

Die Vertreter eines konventionellen Coaching-Ansatzes sagen, dass die Zone weder gelehrt noch gelernt werden könne. Prinzipiell, so die geläufige Meinung, könne man nicht absichtlich in den flow kommen. Mit der Entstehung eines neuen Coaching-Levels jedoch — dem „Integralen Coaching“ — entwickelt sich auch eine radikal neue Perspektive. Eine Perspektive, die sagt: Yes you can! Ja, es ist möglich! Ja, man kann die höhergradige Realität des flow im Sport absichtlich herstellen. Integrale Coaches feilen derzeit an transformativen Praktiken, welche nicht nur die Struktur des flow besser erfassen, sondern auch seinen räumlich-zeitlichen Prozess. In anderen Worten: Dieser neue Coaching-Ansatz bringt Athleten und Trainer aus der Mentalität des „Nein, das ist unmöglich!“ – hin zu einer Mentalität des „Ja, das geht doch!“

Ein neuer Coaching-Ansatz
ist auf dem Weg. Stay tuned!

Seien Sie darauf gefasst, dass diese umfassend orientierten Coaching-Praktiken ihren Weg in den Mainstream des Sport- und Performance-Coachings bahnen. Dies geschieht schnell, und es wird das Training im Sport ebenso verändern wie das Training im Bewusstsein.


Autor: Scott Ford – Performance-Coach, Autor und flow in concept-Netzwerk-Partner
Übersetzer: Dr. Simon Sirch 
Hier geht es zum Originaltitel FLOW BY CHOICE – NOT BY CHANCE.