Hallo und herzlich willkommen. 

„Mehr flow für alle!” ist mein Ziel. Dieses Glossar ist ein Weg dorthin. Im Video erfahren Sie, wie ich den Weg gehe. (0:40 min)

Im Glossar von flow in concept finden Sie wichtige Begriffe, um positive Zustände und gesunde Entwicklung selbstbestimmt zu beeinflussen. Es basiert auf meinen Recherchen in wissenschaftlichen Quellen

Das Urheberrecht liegt bei mir, Dr. Simon Sirch. Verweisen Sie auf dieses Online-Glossar, wenn Sie Textpassagen, Bilder und Videos für Ihre Zwecke nutzen.

Das Glossar wird immer wieder erweitert. Updates erfahren Sie über unsere Social-Media-Kanäle. Falls Sie mehr Wissen wollen, treten Sie gerne mit mir in Kontakt.


Verzeichnis


Abwechslung

(change, variety)
Abwechslung ist eines der sechs psychologischen Bedürfnisse. Es wird erfüllt durch Veränderung, Variation und Vielfalt. Menschen mit einem starken Bedürfnis nach Abwechslung lieben beispielsweise Überraschungen, gehen auf außergewöhnliche Veranstaltungen, besuchen fremde Kulturen und Regionen oder treiben aufregende Sportarten. In Maslows Modell fehlt dieses Bedürfnis. Dr. Simon Sirch begründet diese Kategorie mit Studien zum optimalen Erregungsniveau. Dazu zählen beispielsweise die Konzepte Sensation Seeking und Hochsensibilität.

Quellen: Acevedo, Aron et al. (2018), Robbins (2016), Zuckerman (1979) | → Verzeichnis


Achtsamkeit

(mindfulness)
Achtsamkeit ist nicht dasselbe wie flow! – flow ist ein positiver Bewusstseinszustand. Achtsamkeit ist (a) eine Praxis und (b) eine Qualität von Aufmerksamkeit.

  • In der Achtsamkeitspraxis stellt man sich die Aufgabe, urteilsfrei im gegenwärtigen Moment zu sein. Geläufige Übungen sind Formen der Meditation oder des Yoga. Regelmäßiges Training der Achtsamkeit verbessert nachweislich die Regulation positiver Zustände. Allerdings sehe ich es kritisch, wenn Achtsamkeit zur Ideologie erhoben wird: Etwa dann, wenn Achtsamkeitspraxis als “Allheilmittel” angepriesen oder der Wert von Beurteilungen missachtet wird.

  • Einige Techniken von flow in concept nutzen Achtsamkeit außerdem als eine Komponente von Aufmerksamkeit. Die zweite Komponente ist Bewusstheit.

Quellen: Kabat-Zinn (1982), McLeod (2001), Witt (2014) | → Verzeichnis


Aufmerksamkeit

(attention)
Aufmerksamkeit ist eine psychische Aktivität, die Sie willentlich lenken können. Wenn das gelingt, führen Sie Regie in Ihrem Bewusstsein. Wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit optimal bündeln, erleben Sie flow.

Die konventionelle flow-Forschung versteht Aufmerksamkeit als begrenzte psychische Energie. Für die Praxis ist das zu schwammig. In meinem Konzept hat Aufmerksamkeit zwei Komponenten: Achtsamkeit bezieht sich auf die Stabilität Ihrer Aufmerksamkeit. Bewusstheit bezieht sich auf deren Klarheit.

Trainieren Sie Ihre Aufmerksamkeit, wenn Sie positive Zustände und gesunde Entwicklung gezielt beeinflussen wollen. flow in concept hilft Ihnen mit Übungen und Techniken.

Quellen: Csikszentmihalyi (1978), Dormashev (2010), McLeod (2001) | → Verzeichnis


Bedürfnis

Menschliche Bedürfnisse sind in Ebenen angeordnet. Jede aufbauende Ebene schließt die grundlegenden Ebenen mit ein. Ich unterscheide zwischen biologischen und psychologischen Bedürfnissen.

(need)
Bedürfnisse sind die tiefen Beweggründe jeder menschlichen Handlung. flow in concept geht von sechs psychologischen Bedürfnissen aus: Sicherheit, Abwechslung, Verbindung, Wichtigkeit, Wachstum und Beitrag.

Die Rangfolge Ihrer Bedürfnisse ist nicht statisch, sondern verändert sich sehr dynamisch, abhängig von Ihrem Zustand, Ihrer Lebensphase und Situation.

In der flow-Forschung werden Bedürfnisse auch „implizite Motive” genannt: Wenn Sie Ihr Top-Bedürfnis kennen und selbstbestimmt erfüllen, stiften Sie Sinn und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von positiven Zuständen.

Quellen: Maslow (1943), Rheinberg (2010), Robbins (2016) | → Blog-Beitrag 1, Blog Beitrag 2 | → Verzeichnis


Beitrag

(contribution)
Beitrag ist eines von sechs psychologischen Bedürfnissen. Es wird erfüllt durch die reine Fürsorge für Andere und den klugen Einsatz für etwas, das größer ist als man selbst. Menschen mit einem starken Bedürfnis nach Beitrag dienen freiwillig und von Herzen. Zum Beispiel, indem sie mit Hingabe für etwas arbeiten, das über sie selbst hinausgeht – etwa für ein Unternehmen, für das Wohl aller Menschen oder für zukünftige Generationen. Diese Form von Beitrag ist gleichbedeutend mit Maslow’s „self-transcendence”.

Quellen: Maslow (1962), Koltko-Rivera (2006), Robbins (2016) | → Verzeichnis


Bewusstsein

(consciousness)
Ihr Bewusstsein ist Ihr „innerer Bildschirm”. Der Film, der auf diesem Bildschirm läuft, ist Ihr Erleben. Die Regie in diesem Film hat alles, was Ihre Aufmerksamkeit lenkt und ablenkt. Inwieweit Sie selbst Regie führen, ist abhängig von Ihrer Ich-Entwicklung.

Inhalte des Bewusstseins sind Wahrnehmungen, Empfindungen, innere Bilder, Emotionen und Gedanken. Je nach Zustand und Ebene ist ihr Bewusstsein enger oder weiter, voller oder leerer, bewegter oder ruhiger, geordneter oder chaotischer, starrer oder flexibler.

Quellen: Csikszentmihalyi (1978), Vaitl (2012), Wilber (1997) | → Verzeichnis


Bewusstseinszustand

In 24 Stunden erleben Sie für normalerweise vier natürliche Bewusstseinszustände. Der flow-Zustand ist jedoch ein außergewöhnlicher Zustand. Oft bleibt er unbemerkt.

(state of consciousness)
Ihr Bewusstsein ist immer in einem Zustand – egal, ob Ihnen das bewusst ist oder nicht. Viele Menschen erleben Bewusstseinszustände wie Stress, Langeweile, oder flow, aber erkennen sie nicht. Wenn Sie Ihren Zustand erkennen, können Sie ihn auch verändern und trainieren.

Bewusstseinszustände sind vorübergehend und dynamisch, aber trotzdem beeinflussbar. Sie können selbstbestimmt die Wahrscheinlichkeit von positiven Zuständen erhöhen. flow in concept hilft dabei.

Zustände schließen sich gegenseitig aus. Das heißt, wenn Sie in einem Zustand sind, können Sie nicht gleichzeitig einen anderen Zustand erleben. Sie können nicht zugleich depressiv und im flow sein.

Ich unterscheide Zustände nach fünf Kriterien, die miteinander kombiniert werden können:  

  • positiv/negativ: Langeweile und Disstress zum Beispiel werden negativ erlebt.  flow und Eustress sind positive Erlebnisse.

  • natürlich/künstlich: Natürliche Zustände wie flow, Wachheit oder Tiefschlaf benötigen keine äußeren Substanzen. Eine Narkose oder ein Drogenrausch wird dagegen künstlich hergestellt. 

  • außergewöhnlich/gewöhnlich: Zu den außergewöhnlichen bzw. veränderten Zuständen zählen flow, aber auch Trance oder Nahtoderfahrungen. Zu den gewöhnlichen bzw. normalen Zuständen zählen zum Beispiel der Traumzustand – und bei manchem Menschen auch der Stress ;)

  • tief/flach: Die Intensität von Zuständen kann unterschiedlich ausgeprägt sein: Zum Beispiel unterscheide ich die starken „deep flow”-Zustände von den eher oberflächlichen und unbemerkten Momenten des „micro flow” oder „shallow flow”.

  • gesund/ungesund: Dieses Kriterium berücksichtigt die ethische Dimension: Warum und wozu werden Bewusstseinszustände beeinflusst? Streben Sie nach bestimmten Zuständen, weil Sie der Welt entfliehen wollen (z.B. bei Spielsucht, exzessivem Sporttreiben), oder für gesunde Entwicklung

flow in concept befasst sich mit der gesunden Herbeiführung und Nutzung natürlicher Bewusstseinszustände, die positiv erlebt werden. Wir machen außergewöhnliche Zustände zur Gewohnheit.

Quellen: Ingersoll (2010), Vaitl (2012), Wilber (2017) | → Verzeichnis


Bullshit

„Never tell a lie when you can Bullshit your way through” (Eric Ambler)

„Never tell a lie when you can Bullshit your way through” (Eric Ambler)

(Schmarrn)
Bullshit entsteht, wenn jemand ohne ausreichende Informationen über ein Thema spricht. In den Medien finden Sie viel Bullshit, auch zu den Themen flow und gesunde Entwicklung. Selbiges gilt für die VUCA-Welt des Business. 

Die wissenschaftliche Betrachtung von Bullshit geht auf den Medienforscher Neil Postman und den Philosophen Harry G. Frankfurt zurück. Bullshit ist am besten zu übersetzen als „heiße Luft” oder „verbale Exkremente”. 

Bullshit unterscheidet sich von der Lüge. Eine Lüge ist die absichtliche Verfälschung der Wahrheit. Bullshit benennt weder die Absicht noch die Kriterien für Wahrheit. 

Um das Bullshit-Risiko zu reduzieren, basiert das Modell von flow in concept auf vier Wahrheitskriterien: Es verknüpft objektive und subjektive Kriterien mit individuellen und gemeinsamen Wahrheiten. Das ermöglicht eine hohe Selbstreflexion unserer Methodik und Wirkung.

Quellen: Frankfurt (1986), Postman (1969) | → Verzeichnis


Embodiment

Eine einfache Darstellung von Embodiment – eine sehr einfache, aber immerhin.

(Verkörperung)
Embodiment meint die Integration von Körper und Bewusstsein. Der Embodiment-Ansatz von flow in concept berücksichtigt dabei nicht nur die Wechselwirkung zwischen „Fühlen” (Körper) und „Denken” (Geist), sondern auch die Schichtung von Körper, Psyche und Spirit.

Was hat Embodiment mit flow-Erleben und positiven Zuständen zu tun? Ihr Körper ist der materielle und energetische Aspekt ihres Bewusstseinszustands. Im flow erleben Sie Ihren Körper anders. Wenn man das nur intellektuell verstehen möchte, dann am besten durch die Kombination der Relativitätstheorie mit den Erkenntnissen der Weisheitstraditionen ;)

Nach meinem Konzept gelingt Verkörperung, wenn wir vier Embodiment-Dimensionen beachten: Ich nenne sie „Körper haben”, „Körper nutzen”, „Leib sein” und „Leib lassen”. Um in der entkörperten VACA-Welt eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen, ist es notwendig, in allen Dimensionen zu arbeiten. Der Körper ist ein wichtiger Bereich im flow4x4 und eine Grundlage im Transformativen Framework von flow in concept.

Embodiment bzw. Verkörperung sind weitläufige Begriffe. Deswegen grenze ich mein Verständnis von populären Auffassungen ab: Embodiment bedeutet nicht die Überhöhung des Fühlens gegenüber dem Denken. Und Embodiment ist mehr als vollwertige Ernährung, körperliche Bewegung und andere Maßnahmen der Gesundheitsförderung.

Quellen: Hüther, Storch et al. (2017), Jackman et al. (2019), Varela et al. (1991) | → Verzeichnis


Entwicklung, gesunde

(healthy development)
Gesunde Entwicklung ist die positive Veränderung über einen Zeitraum. Positive Veränderung zeigt sich bei Menschen und Organisationen an stabileren Strukturen und flexibleren Prozessen. Je gesünder die Entwicklung, desto höher die Wahrscheinlichkeit für positive Zustände.

Gesunde Entwicklung umfasst sowohl Lernen als auch Transformation: Lernen erkennt man am Zuwachs von Kenntnissen und Fähigkeiten in einem Bereich, zum Beispiel im Bereich Fachkompetenz oder Selbstkompetenz. Man nennt das horizontale Entwicklung oder Translation.

Im Unterschied dazu zeigt sich Transformation in der Zunahme von Perspektiven und Aufmerksamkeit sowie an der Fähigkeit, mehr zu integrieren und zu beeinflussen. In dieser vertikalen Entwicklung bewegt Ihre gesamte Sichtweise auf die nächste Ebene. Transformation ist kraftvoller als Lernen und heute wichtiger – und einfacher – als je zuvor.

Widerstand gegen Entwicklung ist normal und hat verschiedene Gründe: Leichte Ablenkbarkeit, geringe Anpassungsfähigkeit, mangelnde Anstrengungsbereitschaft und übermäßige Angst. Mein Interesse gilt der Dynamik hinter diesen Gründen und dem konstruktiven Umgang damit.

Mit flow in concept konzentriere ich mich auf die gesunde Entwicklung der Selbst- und Sozialkompetenz mit dem Ziel der selbstbestimmten Transformation durch positive Erlebnisse.

Quellen: Binder (2016), Cook-Greuter & Soulen (2007), Wilber (2000) | → Verzeichnis


flow-Zustand

Wie "fühlt" sich flow an? – Im Video beschreibe ich das flow-Erlebnis in einfachen Worten. (0:32 min)

(flow state, flow experience)
flow-Erleben ist einer von drei positiven Bewusstseinszuständen im Konzept von Dr. Simon Sirch. Im tiefen flow-Zustand erleben Menschen völlige Klarheit, hohe Flexibilität und ein starkes Gefühl der Selbstwirksamkeit. Im flow gehen sogar objektiv anstrengende Tätigkeiten leicht von der Hand. flow kann auch als „shared flow” in Teams erlebt werden.

Das Wort “flow” erfährt eine Inflation. flow in concept klärt auf. Zum Beispiel im  Blog .

Das Wort “flow” erfährt eine Inflation. flow in concept klärt auf. Zum Beispiel im Blog.

In der klassischen flow-Forschung nach Mihalyi Csikszentmihalyi wird der Bewusstseinszustand flow durch sechs Merkmale beschrieben: Intensive und fokussierte Konzentration auf die Tätigkeit; Verschmelzung von Handlung und Bewusstheit; Verlust des reflexiven Ich; „Gefühl” der Kontrolle über das eigene Tun; die Tätigkeit an sich wird als lohnend erlebt und die Zeitwahrnehmung ist verzerrt. Neuere Forschungen konzipieren flow als nondualen Zustand zwischen peak performance und peak experience.

Quellen: Csikszentmihalyi (1975), Nakamura & Csikszentmihalyi (2002), Privette (1983) | Blog-Beitrag | → Verzeichnis


flow4x4-Modell

Mein flow4x4-Modell: 16 Stellschrauben, die in 4 Bereichen ansetzen.

Das flow4x4 ist ein Metamodell, das ich entwickelt habe. Es fasst die 16 „Stellschrauben“ für positive Zustände systematisch zusammen, abgeleitet aus der transdisziplinären Forschung – für die Praxis.

Die klassische flow-Forschung nennt nur drei Bedingungen für flow-Erleben. Das erschwert die gezielte Intervention in der Praxis. Demgegenüber ermöglicht das flow4x4 eine vollständige und individuelle Beobachtung und Beeinflussung jeder Situation.

Die Wahrscheinlichkeit von positiven Zuständen lässt sich selbstbestimmt erhöhen. Im Video erzähle ich wie. (0:30 min)

Das flow4x4 kann auf zwei Arten genutzt werden: als „Scanner” und als „Werkzeugkasten”. Es dient erstens als Instrument, um Unternehmen, Teams und Personen zu beobachten: An welchen Stellschrauben drehen Sie bereits richtig und welche lassen Sie außer Acht? Es dient zweitens dazu, spezifische Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen abzuleiten: Was können Sie tun, um positive Zustände und gesundes Wachstum herbeizuführen.

Quellen: Sirch (2017) | → Verzeichnis


Gehirn

(brain)
Die Aktivität des Gehirns ändert sich mit dem Bewusstseinszustand. Das Gehirn ist ein Organ des Körpers, das Bewusstsein gehört zur Psyche. Das ist ein Unterschied, der oft übersehen wird.

Im flow-Zustand zeigen sich interessante Veränderungen in der Aktivität des Gehirns.

Bei positiven Bewusstseinszuständen zeigt sich im Gehirn eine vorübergehende Abnahme der Aktivität im präfrontalen Kortex, dem „Sitz des Grübelns” und der rationalen Kontrolle. Im flow-Zustand verringert sich die Aktivität der Amygdala, dem „Angstzentrum” des Gehirns. Stattdessen verstärkt sich die Aktivität im unteren frontalen Gyrus – ein Hinweis auf gesteigertes Selbstvertrauen und erlebte Kontrolle.

Im flow zeigen Messungen zudem eine Synchronisation der elektrischen alpha-Wellen: ein Hinweis auf optimales Erleben oder auf „Harmonie im Bewusstsein”.

Quellen: Dietrich & Al-Shawaf (2018), Lopata et al. (2017), Ulrich et al. (2014) | → Verzeichnis


Glück

Glück ist nicht gleich Glück. Im Video steigen Sie mit mir durch die drei Ebenen. (2:35 min)

(happiness)
flow ist „das Geheimnis des Glücks”. Das stimmt nur teilweise. In Anlehnung an die neuere psychologische Forschung unterscheide ich drei Ebenen des Glücks:

  • Glück als Spaß – nach dem Motto: „Ich bin glücklich, wenn ich Spaß habe”. Auf dieser Ebene streben Menschen nach möglichst vielen lustvollen Erlebnissen und angenehmen Emotionen.

  • Glück als Engagement in herausfordernden Aktivitäten – nach dem Motto: „Ich bin glücklich bei Tätigkeiten, die meine Fähigkeiten fordern und in die ich völlig eintauchen kann”. Auf dieser Ebene streben Menschen nach positiven Zuständen bei ausgewählten Tätigkeiten, z.B. im Beruf oder Hobby.

  • Glück als größerer Sinn – nach dem Motto: „Ich bin glücklich, wenn ich meinen Lebenssinn erkenne und zum Wohle anderer verwirkliche”. Auf dieser Ebene streben Menschen danach, ihr Leben in einen größeren Zusammenhang einzuordnen und für andere Sinn zu stiften.

Jede Ebene hat Vorteile und Probleme. Je mehr Sie die Ebenen miteinander verweben, desto höher ist Ihre Lebenszufriedenheit.

Quellen: Csikszentmihalyi (1992), Peterson et al. (2005), Seligman (2002) | → Verzeichnis


Hochsensibilität

Hohe Empfindsamkeit, feine Wahrnehmung und gründliche Verarbeitung sind Merkmale von hochsensiblen Menschen.

(Sensory processing sensitivity, SPS)
Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das auf Umweltbedingungen und auf genetische Veranlagung zurückgeführt wird. Etwa 20% der Bevölkerung sind hochsensible Personen (HSP).

Hochsensible Menschen verarbeiten Informationen tiefer, sind offener für Emotionen, haben eine feinere Wahrnehmung und sind bei Reizüberflutung schneller überfordert.

Die Forschung zur Hochsensibilität wurde in den 1990er Jahren von der Psychologin Elaine Aron begründet. Die steigende Anzahl an Studien und neurowissenschaftlichen Befunden zur Hochsensibilität liefert einen Gegenpol zu den einseitigen Betrachtungen in den Medien und von Einzelpersonen.

HSP scheinen für außergewöhnliche Bewusstseinszustände empfänglicher zu sein. Ich glaube außerdem, dass sich flow-Zustände deutlich entspannender auf das hochsensitive Gehirn auswirken als bei Menschen mit niedriger Sensitivität. Mein Eindruck ist auch, dass vor allem Männer versuchen, ihre Sensitivität durch Verhaltensweisen des Sensation Seeking zu kompensieren.

Quellen: Aron (1996), Greven et al. (2019), Jonsson & Kjellgren (2014) | → Verzeichnis


Langeweile

Langeweile ist ein negativ erlebter Zustand. Mehr dazu erfahren Sie im Blog-Artikel zu Stress und Langeweile.

(boredom)
Langeweile ist ein natürlicher Bewusstseinszustand, der negativ erlebt wird. Kennzeichen von Langeweile sind eine unerfüllte Sehnsucht und zugleich die Unfähigkeit, diese Sehnsucht durch eigenes Engagement zu stillen.

Bei Langeweile sind Sie unfähig, Ihre Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was Ihnen bei der Erfüllung Ihrer Wünsche und Bedürfnisse hilft. Stattdessen halten Sie den Fokus starr auf dem, was fehlt, und übernehmen keine Verantwortung für Ihre Langeweile.

Langeweile kann langfristig zum Boreout-Syndrom führen. Anzeichen von Boreout im Job sind chronische Langeweile, das Gefühl der Sinnlosigkeit und ein unerfülltes Bedürfnis nach Wachstum in der Arbeit.

Ich unterscheide Langeweile vom Tagträumen: Tagträumen ist ein neutral erlebter Bewusstseinszustand, Langeweile wird per Definition negativ erlebt.

Quellen: Eastwood et al. (2012), Goldberg et al. (2011), Vogel-Walcutt et al. (2012) | → Blog-Beitrag | → Verzeichnis


Paralleler Modus

Das Buch von Scott ist meine Empfehlung an alle Athleten der nächsten Stufe.

Das Buch von Scott ist meine Empfehlung an alle Athleten der nächsten Stufe.

(Parallel Mode, Parallel Processing Mode, PPM)
Der Parallele Modus ist eine Technik zur Herbeiführung von flow-Zuständen im Sport. Der Parallele Modus wurde von unserem Netzwerkpartner Scott A. Ford aus den USA ursprünglich fürs Tennis entwickelt. Im deutschsprachigen Raum übersetze ich den Parallelen Modus auf andere Sportarten, zum Beispiel auf das Mountainbiking, das Trailrunning oder das Dart-Spiel.

Die Technik basiert auf der gezielten Fokussierung der Aufmerksamkeit auf zwei parallele visuelle Informationsquellen. In meiner EEG-gestützten Evaluation zeigt sich im Parallelen Modus eine eine erhöhte Alpha-Synchronisation und insgesamt eine Beruhigung der elektrischen Erregung im Gehirn. Athleten, die den Parallelen Modus trainieren, berichten vom willentlichen Eintritt in den flow-Zustand — per Entscheidung, nicht per Zufall.

Quellen: Ford (2016), Moran et al. (2016), Verghese (2001) | → Blog-Beitrag | → Verzeichnis


Peak experience

(Zustand der Gipfelerfahrung)
Peak experience ist ein positiver Bewusstseinszustand, in dem Menschen sehr offen und empfänglich für neue Erfahrungen sind. Peak experience zählt zu den drei prototypischen Erlebnissen im Konzept von flow in concept, neben peak performance und flow.

Sie erleben eine Form von peak experience, wenn Sie sich zum Beispiel durch eine Naturlandschaft oder ein schönes Konzert berühren lassen. Manche Menschen erleben spontane Gipfelerfahrungen auch in der Meditation oder wenn sie jemandem tief zuhören.

Die wissenschaftliche Forschung zu Gipfelerfahrungen wurde von Abraham Maslow begründet. Laut Maslow können Sie die Wahrscheinlichkeit von peak experiences durch Übungen und Techniken deutlich erhöhen. Das sehe ich auch so :)

Quellen: Lanier et al. (1996), Maslow (1962), McDonald et al. (2009) | → Verzeichnis


Peak performance

(Zustand der Höchstleistung)
Peak performance ist ein positiver Bewusstseinszustand, in dem ein Mensch persönliche Höchstleistung erbringt. Peak performance zählt zu den drei prototypischen Erlebnissen im Konzept von flow in concept, neben peak experience und flow.

Sie erleben eine Form von peak performance, wenn Sie überragend funktionieren, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. In diesem Zustand erbringen Sie Ihre maximale Leistung. Viele Menschen erleben Höchstleistungszustände in der Arbeit oder beim Sporttreiben.

Im Business, im Sport, und sogar in der Wissenschaft werden flow und peak performance oft verwechselt. Das kann fatale Folgen haben, zum Beispiel Burnout.

Quellen: Harmison (2006), Privette & Bundrick (1997), Thornton et al. (1999) | → Verzeichnis


Es gibt viel Verwirrung bei positiven Erlebnissen. Im Video schaffe ich Ordnung. (1:20 min)

Positives Erlebnis, Positiver Zustand

(positive experience, positive state)
Was Menschen direkt motiviert, sind positive Erlebnisse. Ein positives Erlebnis ist aus psychologischer Sicht ein Bewusstseinszustand, in dem Sie aktiv Sinn stiften: Demnach sind Sie in einem positiven Zustand, wenn Sie selbst und sofort etwas Sinnstiftendes tun oder empfangen können – also nicht fremdbestimmt, nicht später, und nicht sinnlos. Das ist die kürzeste und vollständigste Definition eines positiven Zustands.

Ich unterscheide drei prototypische positive Erlebnisse: peak performance (Höchstleistung), peak experience (Gipfelerfahrung) und flow. Das Prinzip für die Einleitung und Aufrechterhaltung positiver Zustände ist die Bündelung von Aufmerksamkeit.

Sie können positive Zustände selbstbestimmt herbeiführen und für gesunde Entwicklung nutzen: zum Beispiel durch Techniken wie den Parallelen Modus oder das Transformative Framework.

Quellen: Csikszentmihalyi (1975), Privette (1983), Maslow (1962) | → Verzeichnis


Sensation Seeking

Manche Sensation Seeker finden den Nervenkitzel im Risikosport, z.B. beim Base Jumping.

Menschen mit diesem Persönlichkeitsmerkmal streben nach Sinneseindrücken und Zuständen, die abwechslungsreich, neuartig, komplex oder intensiv sind.

Sensation Seeking hat vier Dimensionen: die Suche nach Nervenkitzel und Abenteuer („Thrill and Adventure Seeking”; z.B. im Risikosport), Erlebnissuche ("Experience Seeking"; z.B. durch Kunst und Reisen), Enthemmung („Disinhibition"; z.B. durch Alkoholkonsum) und Anfälligkeit für Langeweile ("Boredom susceptibility"; z.B. in reizarmen Situationen).

Je nach Ausprägung sind Sensation Seeker dazu bereit, körperliche, soziale, rechtliche und finanzielle Risiken einzugehen. Doch Vorsicht! – Manchmal hat Risikoverhalten auch andere Gründe, z.B. das Bedürfnis nach Abwechslung oder Hochsensibilität.

Quellen: Zuckerman (1979), Zuckerman (2007) | → Verzeichnis


Sicherheit

(certainty, safety)
Sicherheit ist eines der sechs psychologischen Bedürfnisse. Psychologische Sicherheit wird erfüllt durch Gewissheit, Stabilität und Konstanz. Menschen haben das Bedürfnis, dass bestimmte Dinge bleiben. Sie vergewissern sich zum Beispiel durch einen festen Job und ein sicheres Einkommen, durch Verträge und Versicherungen, durch loyale Freundschaften, durch transparente Kommunikation, durch den Rat von Experten oder durch wissenschaftliche Nachweise. Maslow spricht bei diesem Bedürfnis von „safety needs”.

Quellen: Maslow (1943), von Cube (1990), Robbins (2016) | → Verzeichnis


Ich spreche bewusst von „flow-Stellschrauben” und nicht von „Knöpfen”. (0:42 min)

Stellschrauben

(adjustment screws)
„Stellschrauben” sind in meinem flow4x4-Modell die beeinflussbaren Bedingungen für flow und andere positive Zustände.

Stellschrauben lassen sich aktiv und selbstbestimmt mit „Werkzeugen” einstellen – also mit konkreten Techniken und Übungen, die an unterschiedlichen Bereichen ansetzen: am Mindset, am Körper, an der Beziehung und an der Situation.

Quellen: Sirch (2017) | → Verzeichnis


Transformatives Framework

(Transformative Framework, TF)
Eine Serie von sieben Entscheidungen zur Herbeiführung positiver Zustände.

Das Transformative Framework ermöglicht es Ihnen, Ihren Bewusstseinszustand selbstbestimmt zu beeinflussen und für gesunde Entwicklung zu nutzen – unabhängig von Ihrer Aufgabenstellung und Tätigkeit.

Das TF besteht aus einer Abfolge von Ja/Nein-Fragen, die Sie in jedem Moment anwenden können. Es umfasst alle wesentlichen Stellschrauben für flow, peak performance und peak experience. Die Schritte heißen: Anzielen, Ausloten, Abstimmen, Anfeuern, Aktivieren, Ausführen und Akzeptieren.

Verzeichnis | → Konzept Führung | → Seminar “flow in business”


VACA

VACA & VUCA als zwei Seiten des globalen Wandels.

VACA ist eine Abkürzung für die Möglichkeiten der Digitalisierung, wenn man digitale Technologien jenseits der Aufregung betrachtet. Der VACA-Begriff stammt von mir und bezeichnet die andere Seite von VUCA. Die vier Buchstaben VACA stehen für virtualization, accumulation, connection und acceleration:

  • Virtualization (Entkörperung): Digitale Technologie wandelt körperliche Dinge in digitale Daten um, die sich informationstechnisch verarbeiten lassen. Zum Beispiel bei einer Digitalkamera, die visuelle Wahrnehmungen in ein digitales Bild transformiert.

  • Accumulation (Mengenzunahme): Digitale Technologie ermöglicht die Vervielfältigung und Speicherung großer Datenmengen, z.B. auf Ihrer Festplatte oder „in der Cloud”.

  • Connection (Vernetzung): Digitale Technologie ermöglicht die Verknüpfung von Daten, Dingen und Menschen, z.B. über Algorithmen oder das Internet.

  • Acceleration (Beschleunigung): Digitale Technologie ermöglicht den schnellen Verarbeitungsprozess und Transport von Daten, z.B. über WLAN oder Datenkabel.

Der Vorteil der VACA-Perspektive besteht darin, dass sich Menschen aus verschiedenen Bereichen einer Organisation besser verstehen können. Zum Beispiel sehen IT-Mitarbeiter häufig nur die technische Seite der digitalen Transformation (VACA). Mitarbeiter im HR-Bereich sehen oft nur die menschliche Seite (VUCA).

Als Trainer und Coach können Sie mit dem VACA-Modell differenzierte Interventionen ableiten. Damit erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit positiver Zustände. Das hilft vor allem bei der Embodiment-Arbeit mit Klienten, die von der Digitalisierung stark betroffen sind.

Quellen: Bennett & Lemoine (2014), Rosa (2016), Rosa (2005) | → Verzeichnis | → Konzept Führung


Verbindung

(connection)
Verbindung ist eines der sechs psychologischen Bedürfnisse. Es wird erfüllt durch Kommunikation, durch den engen Kontakt mit Menschen oder anderen Lebewesen und durch intime Liebesbeziehungen. Menschen suchen von Geburt an nach lebendiger Verbindung und Liebe. Sie zeigen das, indem sie langfristige Partnerschaften eingehen, Körperkontakt aufnehmen oder bedingungslos füreinander da sind. Verbindung und Liebe sind bei Maslow die „belongingness and love needs”.

Quellen: Maslow (1943), McClelland et al. (1989), Robbins (2016) | → Verzeichnis


VUCA

VUCA & VACA als zwei Seiten des globalen Wandels.

VUCA ist ein Begriff, der im Management verwendet wird, um die Dynamik des weltweiten Wandels in vier Buchstaben zu packen. Als englische Abkürzung steht VUCA für:

  • Volatility (Unbeständigkeit): Der Veränderungsprozess ist instabil. Vorhersagen sind schwierig. Wie fällt zum Beispiel beim nächsten Mal die Konjunkturprognose aus?

  • Uncertainty (Unsicherheit): Es fehlen Informationen, um psychologische Sicherheit zu gewährleisten. Der Eintritt und das Ausmaß von Ereignissen ist schwer abzuschätzen. Wann kommt die nächste Überraschung ?

  • Complexity (Komplexität): Eine unüberschaubare Anzahl von Menschen und Organisationen beeinflussen sich über Netzwerke. Die Stärke und Richtung der Wirkung ist undurchsichtig. Wer hätte gedacht, dass eine einzelne Schülerin weltweite Proteste zum Klimaschutz anstößt?

  • Ambiguity (Mehrdeutigkeit): Mitteilungen oder Ereignisse haben mehrere Bedeutungen oder sind widersprüchlich. Eindeutige Interpretationen werden schwieriger. Beruht eine Meldung auf Fakten oder ist sie Bullshit?

Der VUCA-Begriff hat seinen Ursprung im US-Militär, welches durch agile Squads auf die neuen Anforderungen der Kriegsführung reagierte. In meinem Ansatz bezeichnet VUCA die psychologisch-soziale Seite des Wandels. Die technologische Seite markiert mein VACA-Begriff.

flow-freundliche Führung und das Training von positiven Zuständen helfen Ihnen dabei, wenn Sie der VUCA- und VACA-Welt wirksam begegnen wollen.

Quellen: Burg (2017), Kok & Van den Heuvel (2018), Nandram & Bindlish (2017) | → Verzeichnis | → Konzept Führung


Wachstum

(personal growth)
Wachstum ist eines von sechs psychologischen Bedürfnissen. Es wird erfüllt durch die Erweiterung der eigenen Fertigkeiten und Fähigkeiten (horizontales Wachstum) und durch die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit (vertikales Wachstum bzw. Ich-Entwicklung). Menschen mit diesem Bedürfnis wollen zum Besten werden, was sie sein können. Sie arbeiten an der Entfaltung ihres Potenzials, um ihr authentische Selbst zu verwirklichen – und zwar immer wieder aufs Neue. Bei Maslow heißt dieses Bedürfnis „self-actualization”.

Quellen: Maslow (1943), Maslow (1962), Robbins (2016) | → Verzeichnis


Wichtigkeit

(esteem, significance)
Wichtigkeit ist eines der sechs psychologischen Bedürfnisse. Es wird erfüllt durch Abgrenzung, Anerkennung und Wertschätzung. Menschen finden die Bestätigung ihrer Bedeutsamkeit und Einzigartigkeit in Lob oder Dank von wichtigen Personen (z.B. von Vorgesetzten), in Auszeichnungen, in Jobtiteln und Dienstgraden, in Statussymbolen, aber auch im erfolgreichen Vergleich mit Anderen (z.B. beim Wettkampfsport). Maslow nennt diese Kategorie „esteem needs”.

Quellen: Di Domenico & Fournier (2017), Maslow (1943), Robbins (2016) | → Verzeichnis


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